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Die Kompetenzen einer Führungskraft

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Martin Eigentler – ein Interview mit dem Husky-Mann

über die wichtigsten Aufgaben und Kompetenzen einer Führungskraft.

„Ich bin nicht der Rudelführer, ich bin der Trainer“

 von Michaela Knabe, coachdogs® Akademie

 

Martin Eigentler lebt in Angerberg/Tirol mit Europas größtem Husky-Rudel zusammen. Vertrauen ist der Schlüssel für ihre erfolgreiche Zusammenarbeit. Dafür brauchen die Hunde eine klare Kommunikation. Sich führen zu lassen heißt, sich jemandem anzuvertrauen.  Wenn man einer Führungsperson vertraut, ist man bereit und in der Lage, alles zu geben. Für unseren Blog konnten wir Martin Eigentler für ein Interview gewinnen und haben mit ihm über Führungsqualitäten gesprochen.

 

 

Wie und wann fing alles an? Woher kommen deine Hunde und wie erziehst du sie?

Seit ich ein kleines Kind bin, wollte ich immer nach Alaska auswandern und Schlittenhunde haben. Angefangen hat alles im Jahr 1997 mit einem Labrador-Mischling aus dem Tierheim. Im Jahr 2000 kam dann der erste Husky dazu. Da habe ich gemerkt, dass mir die nordischen Rassen liegen. Sie sind clever und sehr eigenständig, aber trotzdem bereit, sich dem Menschen anzupassen, wenn man Vertrauen aufbauen kann. Mir hat es nie gefallen, wenn Hunde angeleint oder in einem Zwinger leben, daher wollte ich ein Rudel aufbauen, das frei leben kann - so frei wie es eben möglich ist. Mittlerweile sind es 23 Hunde, u.a. aus Kanada, USA und Norwegen. Ich war immer auf der Suche nach ursprünglichen Hunden, die sich instinktiv verhalten. Sie sind viel ausgeglichener und ruhiger, nehmen das Leben gelassen, sind aber, wenn es drauf ankommt, immer voll da und hochmotiviert zu arbeiten.

 

Was mich besonders fasziniert ist dein Umgang mit den Hunden und der Umgang der Hunde untereinander. Was ist das Geheimnis, dass deine Hunde so ruhig und ausgeglichen wirken?

Das Geheimnis ist, dass wir ein Team sind. Meine Hunde sind nicht auf Unterwürfigkeit trainiert, sondern auf gegenseitiges Vertrauen. Ich sage immer: Der Mensch muss der beste Hund sein. Ich möchte ihnen ein Vorbild sein, in jeglicher Hinsicht. Und ich erwarte von ihnen nur Dinge, die ich auch selber leisten kann. Von unserer 800 km-Gletschertour bin ich 600 km mitgelaufen. Es spielt sich viel im mentalen Bereich ab und hat weniger mit Erziehung zu tun.

 

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Wie verhältst du dich, wenn es einmal zu einer Auseinandersetzung kommt?

Ich beobachte die Auseinandersetzung, denn ideal ist es, wenn ich den Auslöser kenne und weiß, wer mit wem in Konflikt geraten ist. Wenn es nicht zu sehr ausartet, dann lasse ich das laufen und die Hunde untereinander klären. Ansonsten gehe ich dazwischen. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich körperlich dazwischen gehe. Ein klares „Stopp“ ist hier vollkommen ausreichend.

 

Eure Zusammenarbeit basiert auf Vertrauen und Respekt. Was ist gerade in der heutigen Zeit noch wichtig?

Für den Zusammenhalt ist die Bereitschaft wichtig, alles zu geben und aus jeder Situation immer das Beste zu machen - auch unter schweren Bedingungen. Ich bin für sie da und sie sind für mich da. Und natürlich Durchhaltevermögen, das heißt: nie aufgeben und nie jammern. Der Hund erwartet, dass der Mensch nicht jammert, denn vor Jammerei haben sie keinen Respekt.

 

Für den Hund ist auch Sicherheit wichtig. Meine Hunde wissen: egal in welcher Situation, ich verliere nie die Nerven. Ich kann sofort aus dem Bauch heraus intuitiv eine Entscheidung treffen und sie spüren, dass das meist eine gute Entscheidung ist. Ich gebe ihnen so viel Sicherheit, dass sie nicht anfangen, in schwierigen Situationen, wie z.B. Gletscherspalten oder steile An- und Abstiege, selbst zu entscheiden. Und ich übernehme immer die Verantwortung, d.h. wenn wir an unsere Grenzen kommen, dann machen wir eine Pause.

 

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Du sagst, du siehst dich nicht als Rudelführer, sondern als Rudelmitglied, als Trainer. Wenn wir das auf die Mensch-Mensch-Beziehung übertragen: Wo siehst du Parallelen zwischen der Hierarchie in einem Husky-Rudel und in einer Firmenstruktur?

Ich vergleiche meine Rolle mit einem Fußballtrainer. Der Trainer macht sich Gedanken und trainiert die Mannschaft bestmöglich, so dass jeder Spieler entsprechend seiner Qualitäten eingesetzt wird. Er macht die Aufstellung und sorgt dafür, dass jeder gerne spielt und alles gibt. Der Trainer führt nicht sich selbst zu Höchstleistungen, sondern andere.

 

Führungskräfte, die nicht nur sich selbst für wichtig halten, sondern dem ganzen Team ihre Wertschätzung ausdrücken, werden auf Dauer motiviertere Mitarbeiter haben - was letztlich zum Erfolg führen wird. Denn nichts macht erfolgreicher, als andere erfolgreich zu machen. Es geht also nicht darum, der Beste zu sein, sondern das Beste aus anderen zu machen. Ein guter Trainer lässt sein Team strahlen.

 

Meine Hunde sollen ein artgerechtes Rudelleben haben, sich eigenständig entwickeln können und Hund sein dürfen - da ziehe ich mich dann auch mal zurück. Aber sobald wir zusammenarbeiten, müssen wir ein Team sein und zusammenhalten. Und dann habe ich als Trainer ganz klar die Verantwortung und das letzte Wort. Wenn es etwas zu entscheiden gibt, dann entscheide ich. Und das wissen sie.

 

Was können Führungskräfte, wenn es um die Themen Team, Zusammenhalt und Kooperation geht, deiner Meinung nach noch von dieser Einstellung lernen?

In erster Linie den Beziehungsaufbau über Vertrauen und Respekt. In einem Husky-Rudel ist immer der intelligenteste und mental stärkste Hund der Chef. Er nimmt seine Rolle sehr ernst, trifft Entscheidungen instinktiv und immer zum Wohlergehen des Rudels. Er ist den anderen ein Vorbild. Führungskräfte, die ihren Mitarbeitenden ein Vorbild sind, sind selbst bereit, alles zu geben.

 

Doch wenn man das Rudel beobachtet, dann gibt es da nicht nur den einen großen Chef, der alles entscheidet. Es gibt einige ranghohe und clevere Hunde, die gute und keine egoistischen Entscheidungen für das Rudel treffen und die alle respektieren. Dieser Respekt wird nicht über Kampf erarbeitet, sondern über Handlungen. Die, die durch ihre Ruhe und Gelassenheit Souveränität ausstrahlen, sind die Vorbilder und Entscheidungsträger, nicht die Lautesten. Die Lautesten wollen meist nur von ihren eigenen Schwächen ablenken.

 

Jeder Einzelne gibt immer sein Bestes in seiner Rolle. Wenn einer seinen Job gut macht, dann will diesen Job auch kein anderer haben. Warum auch? Über Erfolg entscheidet immer die Gesamtleistung. Sowohl ein Rudel als auch ein Unternehmen ist eine Überlebenseinheit, in der Zusammenarbeit Vorrang haben muss. Kooperation und Einsatz aller Kräfte für das gemeinsame Ziel. Wenn du das vermitteln kannst, dann folgen und vertrauen dir die Hunde.

 

Lieber Martin, vielen Dank für das nette und offene Gespräch.

 

 

Der coachdogs® Abenteuer-Tipp:

 

Schlittenhundetouren im Husky Camp am Krippenstein - Dachsteinplateau/Dachstein Gletscher

 

In den Wintermonaten sind die Huskys der Husky Ranch Angerberg zeitweise am Krippenstein stationiert und Sie haben als Gast die Möglichkeit, diese wunderbaren Tiere hautnah kennenzulernen. Unternehmen Sie Tages- bis Mehrtagestouren in dieser atemberaubenden Bergregion und genießen Sie die Gastfreundschaft auf der „Lodge am Krippenstein“ mit traumhaftem Blick auf das Dachsteinmassiv.

 

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Weitere Infos unter www.alpinmusher.com

 

 

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