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Wie wichtig ist der Bauch beim Denken?

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Wie wichtig ist der Bauch beim Denken?

 

„Eine Begabung, auf Anhieb eine gute Entscheidung treffen zu können, ohne die zugrunde liegenden Zusammenhänge explizit zu verstehen.“ So beschreibt Wikipedia den Begriff Intuition. Von Geistesblitzen, schnellen Einsichten ohne bewusste rationale Ableitung oder Schlüssen ist die Rede. Der Intuition haftet oft etwas Magisches und Unerklärliches an. Interessant, dass sich in den letzten Jahren auch die Neuro-Wissenschaften dem Thema genähert und spannende Erkenntnisse erforscht haben.

 

Ein wichtiges Meeting ist für den heutigen Tag angesetzt. Vom anstehenden Vertragsabschluss mit einem Geschäftspartner hängt einiges ab. Der Termin läuft gut. Die Verträge sind ausgehandelt, mehrfach durchgesehen von allen Beteiligten, überprüft von der Rechtsabteilung. Einige Treffen haben zuvor stattgefunden, und heute nun ist der Tag der Unterzeichnung und Besiegelung der Zusammenarbeit. Die Stimmung ist gut und gelockert nach den vielen Vorgesprächen. Der große runde Tisch lässt niemanden außen vor. Jeder kann jedem in die Augen sehen. Beim jeweiligen Hinüberreichen der Vertragsunterlagen werden kurze Blicke ausgetauscht – und dann passiert es. Sie spüren ein komisches Gefühl, es schleicht als kleiner Zweifel in Ihnen hoch, lässt Sie stocken als Sie an der Reihe sind mit Ihrer Unterschrift. Sie wissen nicht, warum, aber es ist da. Ihr Bauchgefühl sagt Ihnen hier und jetzt, dass diese Unterschrift falsch ist. Was tun? Die Runde auflösen? Einen Schwächeanfall vortäuschen? Laut in die Runde äußern: „Mein Bauchgefühl sagt mir, dass ich nicht unterschreiben sollte.“ Ähnliche Situationen gibt es auch im Privatleben. Sie treffen einen Freund, der Ihnen strahlend entgegenkommt. Aber irgendetwas stimmt nicht. Eine Bekannte berichtet von ihrem schönen Wochenende, jedoch wittern Sie Katastrophenstimmung. Warum?

Zudem stehen wir täglich vor Entscheidungen. Warum entscheiden wir uns für oder gegen etwas? Ob geschäftlich oder privat.


Die täglichen Herausforderungen lauern genau hier. Manchmal haben wir Zeit für eine Entscheidung. Beim Einstellen einer neuen Mitarbeiterin nehmen wir uns Zeit die richtige Wahl zu treffen und wägen Fähigkeiten, Auftreten, Erfahrung im Vergleich mit anderen Bewerberinnen ab. Bei der Entscheidung, bei einer gelben Ampel anzuhalten oder noch schnell durchzufahren, haben wir diese Zeit nicht.  Auf welcher Basis entscheiden wir also? Ist es besser, lange abzuwägen? Macht uns die mehrfach abgesicherte und überprüfte Entscheidung sicherer vor Fehlentscheidungen? Oder hilft uns der Bauch mit seiner spontanen „Eingebung“ und spart uns somit Zeit und unnötige Grübeleien? Wo liegt die Wahrheit und was ist sinnvoll?

 

Bauch oder Kopf?


Richtige Entscheidungen zu treffen und Menschen sowie Situationen richtig einzuschätzen, ist heute wichtiger denn je. Nur wem lassen wie den Vortritt? Dem Bauch oder dem Kopf? Die Auswahl an Möglichkeiten ist groß. Nichts ist unmöglich, sagt uns die Werbung, also ist im Umkehrschluss alles möglich– nur was ist richtig? Die Werbung puscht uns zu Kaufentscheidungen, sich schnell ändernde Marktbedingungen zu schnellen geschäftlichen Beschlüssen und auch in unserem alltäglichen Leben stehen wir vor zahllosen Angeboten, aus denen wir wählen können. Man betrete einen einfachen Supermarkt, und die Verwirrung beginnt. Was kaufen? Und warum?

Wie wichtig ist in all diesen Situationen unsere Intuition und was ist sie überhaupt?
Die Beschreibung in Wikipedia liefert uns eine Erklärung, was unter Intuition zu verstehen ist. Sie spricht von Begabung, auf Anhieb eine gute Entscheidung treffen zu können. Doch welche Begabung ist dies genau? Und kann man diese trainieren?

 

In der Tat kann Intuition trainiert werden, und zwar im Kontakt und Austausch mit Menschen. Eine wichtige Rolle hierbei spielen die vom italienischen Neurophysiologen Giacomo Rizzolatti und seinen Mitarbeitern 1995 entdeckten Spiegelnervenzellen, die Spiegelneurone. In seinen Untersuchungen fiel auf, dass Neuronen in einem bestimmten Teil des Großhirns dann reagierten, wenn zielmotorische Hand-Objekt-Interaktionen durchgeführt oder bei anderen – zumindest anatomisch ähnlichen – lebenden Individuen beobachtet wurden. Rizzolatti und andere Forscher untersuchten zuerst vorwiegend emotionsneutrale motorische Handlungen. Man konnte in späteren Untersuchungen sehen, dass bei Handlungen mit emotionaler Färbung ebenfalls Spiegelneuronen beteiligt sind und eine wichtige Rolle in sozial kognitiven Aspekten übernehmen.

 

Fühlen, was andere fühlen


Prof. Dr. Joachim Bauer, Neurobiologe, Arzt und Psychotherapeut, hat sich in seinen Forschungen an der Universität Freiburg genau mit diesem Gebiet beschäftigt. Sind Spiegelneurone eben nur verantwortlich für die rein kognitive Erfassung und das „Nachahmen“ von Handlungen oder beeinflussen sie unsere Gefühle? In seinem Buch „Warum ich fühle, was Du fühlst“ beschäftigt er sich genau hiermit und belegt: Intuition geht auf intensive zwischenmenschliche Erfahrungen zurück, die über unsere eigenen Handlungen sowie über die beobachteten Handlungen anderer Menschen gespeichert und wieder abgerufen werden. Seine Kernbotschaft: Die Spiegelneurone. Diese steuern zum einen auf neuronaler Ebene die emotionale Resonanz. Zum anderen haben sie eine existenzielle Bedeutung für unser Zusammenleben. „In jedem Menschen läuft ein inneres Simulationsprogramm, das uns automatisch in die Lage bringt, selbst zu erleben, was wir beim anderen beobachtet haben.“, so die Erklärung seiner Forschungsergebnisse. Durch neue Verfahren können Neurone sichtbar gemacht werden, die beim Beobachten von Handlungen und Emotionen aktiv sind. Für viel Verblüffung sorgte innerhalb eines Versuches die Beobachtungen von Schmerz. Rein die Beobachtung einer Person, die Schmerz empfand, führte zur Aktivierung des Nervenzellnetzwerkes, welches auch beim selbst erlebten Schmerz feuert. Der Rückschluss: Wir erleben den Schmerz eines anderen in unseren eigenen für Schmerz zuständigen Nervenzellen. Ebenso erleben wir Freude eines anderen Menschen in unseren für Freude zuständigen Nervenzellen. Die Erklärung für ansteckendes Lachen oder Menschen, die einen „mitreißen“ können mit ihrer guten Laune. Das Gefühl von Freude überträgt sich vom einen auf den anderen Menschen durch die Spiegelneurone. Bestenfalls – denn es bedarf einiger Vorarbeit und wichtiger Erfahrungen im bisherigen Lebenslauf, intuitive Fähigkeiten nutzen zu können. Spiegelneurone brauchen  Erfahrungen und Training im zwischenmenschlichen Kontakt. Bekommen sie dieses Training bereits im Säuglingsalter im Kontakt zur ersten Bezugsperson – meist der Mutter, so kann man dies als „Basis-Kurs“ für Intuition bezeichnen.

 

Die Wissenschaftsendung „Planet Wissen“ schreibt hierzu im Internet: „Spiegelneuronen gehören zur Grundausstattung unseres Gehirns. Denn von Geburt an ist der Mensch mit
Spiegelneuronen ausgerüstet, die dem Säugling die Fähigkeit geben, bereits wenige Tage nach der Geburt mit seiner Mutter oder seinem Vater erste Aktionen der Spiegelung vorzunehmen. Frühe Spiegelungen sind nicht nur möglich, sondern sie entsprechen dem emotionalen Grundbedürfnis des Neugeborenen.
Die Fähigkeit zu spiegeln entwickelt sich nicht von allein, sie braucht einen Partner. Beim Baby ist es die Mutter oder eine andere Bezugsperson, welche die Möglichkeit der Spiegelaktionen aktiviert. Kinder müssen erst lernen, die Gefühle der anderen zu erfühlen. Forscher gehen davon aus, dass zwischen dem 3. und 4. Lebensjahr die Spiegelneuronen voll entwickelt sind. Ab diesem Zeitpunkt hat das Kind eine eigene, unabhängige Sichtweise auf die Welt. Dass die Spiegelneuronen bei Kleinkindern aktiv sind, wird sichtbar, wenn ein Kind anfängt beispielsweise seine Mutter zu trösten. Es hat in dem Moment erkannt und gespiegelt, dass die Mutter traurig ist, als Reaktion tröstet das Kind die Mutter.


Eine nicht unwesentliche Rolle bei der Funktion der Spiegelneuronen spielen Vorerfahrungen. Wer erfahren musste, dass freundliche Menschen unerwartet unangenehme Seiten zeigen, dessen Spiegelneuronen werden anders auf freundliche Menschen reagieren als Personen, die keine schlechten Erfahrungen gemacht haben. Wird die Fähigkeit zu spiegeln unterdrückt oder nicht genutzt, geht sie verloren. „Use it or lose it“ (nutze sie oder verliere sie) heißt die Devise der Forscher, die auf alle Nervenzellsysteme zutrifft, die Spiegelneuronen nicht ausgenommen.“

 

Die Basis für Selbstvertrauen


Die Zeitschrift GEHIRN&GEIST bringt es in kurzen Worten auf den Punkt: „Möglicherweise bildet diese Fähigkeit sogar das Fundament von Mitgefühl, Sprache und Denken.“ Bekommen wir bereits in der Kindheit durch klare Spiegelung unserer Gefühle ein Gespür für unsere eigene Persönlichkeit, unsere Wirkung und unsere Handlungsoptionen, so entwickeln wir unser Selbstverständnis und Selbstvertrauen, welches uns wiederum ermöglicht, andere Menschen besser zu lesen und intuitiv bessere und oft schnellere Entscheidungen zu fällen. Selbstvertrauen baut sich also im früh erlernten konstruktiven Austausch mit nahen Bezugspersonen auf. Intuition ist demnach nichts Mystisches: Sie greift auf Erfahrung und Wissen zurück, von  dem  wir gar nicht wissen, dass wir es wissen. So führt der Bauch den Menschen mit Hilfe der Gefühle wie ein Kompass durch die großen und kleinen Entscheidungen des Lebens. So beschreibt es Spiegel-Wissenschaftsautor Gerald Traufetter in seinem Buch „Intuition. Die Weisheit der Gefühle. Wie die Wissenschaft das Rätsel dieser unbewussten Kraft entschlüsselt.“ Demnach gibt es keine rationalen oder intuitiven Entscheidungen. Traufetter schreibt: „Alle rationalen Entscheidungen sind auch intuitive Entscheidungen, weil sie auf unbewussten Denkprozessen fußen. Das Wirken der Intuition in den verschiedenen Bereichen des Lebens verrät viel darüber, wie der Geist tickt. Der Arzt in der Notaufnahme, der Feuerwehrmann im brennenden Treppenhaus, der Torhüter auf dem Fußballplatz, der Broker auf dem Börsenparkett – alle diese Menschen nutzen auf eine je etwas andere Weise die Macht der Intuition.“
Oder auch Hundebesitzer mit ihrem Hund. Denn aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen heraus stellt sich die spannende Frage, inwieweit Spiegelneurone auch zwischen Mensch und Tier wirken. Die Wissenschaft beginnt hier gerade zu forschen, denn insbesondere Hundebesitzer bemerken im engen Zusammenleben mit ihren Vierbeinern, wie sehr sich Stimmungen wie Aufregung, Freude oder auch Stress auf diesen übertragen. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang, dass dem Menschen leicht etwas vorgespielt werden kann – dem Hund kaum. Er registriert jede kleinste Stimmungsveränderung, so dass wir Menschen oft den Eindruck bekommen, er wüsste eher wie es uns geht als wir selbst.

Auch wurden die Spiegelneuronen von Giacomo Rizzolatti zunächst an Versuchen mit Makaken, einer Menschenaffenart, entdeckt. Prof. Dr. Bauer nimmt an, dass auch Hunde Spiegelneurone haben – bisher allerdings lediglich eine Annahme, welche die hohe intuitive  Wahrnehmung zwischen Mensch und Hund erklären könnte. Gerade die in Schwärmen lebenden Tiere, wie Fische oder Vögel könnten Spiegelneurone haben. Sie sind darauf angewiesen, eng abgestimmt im gleichen Augenblick die gleichen Bewegungen zu machen. Inwieweit auch Gefühle von Mensch zu Tier übertragen werden, ist wissenschaftlich bisher nicht belegt. Britische Forscher haben hierzu jedoch in neuesten Studien festgestellt, dass Hunde sich beispielsweise vom Menschen zum Gähnen verleiten lassen.  Bei einem Experiment stellten sie fest, dass 72 Prozent der Tiere gähnten, wenn ein Forscher ihnen vorgähnte. „Ein Hinweis auf ein rudimentäres Einfühlungsvermögen bei den Tieren“, so schreibt die Zeitschrift „Biology Letters“. Wir dürfen gespannt sein, was die Wissenschaft weiter entwickelt aus dieser spannenden Erkenntnis und uns solange weiterhin mit unseren Hunden gemeinsam freuen, unwissenschaftlich überzeugt davon, dass er sich mit uns freut.

 

Ratio braucht Intuition


Wir dürfen gespannt sein, was die Wissenschaft weiterentwickelt aus diesen spannenden Erkenntnissen. Vor allem aus dieser, dass Rationalität und Intuition nicht voneinander zu trennen sind. Intuition ist aus den täglichen Erfahrungen erlernbar. Bauchentscheidungen zu treffen, ist das beste Training hierfür. Sie sind ein wesentlicher Baustein für die Weiterentwicklung unserer Persönlichkeit und unserer empathischen Fähigkeiten. Die „Antennen“ hierfür haben wir – unsere Sinne. Richten wir diese richtig aus, auf unsere eigenen Gefühle und die Gefühle anderer Menschen, bekommen wir täglich viele Chancen, intuitiv richtige Entscheidungen zu fällen. Oder wie Gerald Traufetter schreibt: „Der siebte Sinn hat nichts mit Metaphysik zu tun, sondern mit der Weisheit unserer Gefühle. Dann kann er Leben retten.“

 

DER SELBSTVERSUCH IN SACHEN INTUITION


Ap Dijksterhuis ist Psychologe am Institut für Sozialpsychologie an der Universität Amsterdam. In einer Alltagssituation entschied er intuitiv und leitete daraus einen Selbstversuch ab. Gerald Traufetter beschreibt dies in seinem Buch „Intuition – Die Weisheit der Gefühle“. In WAU!effekt ein Textauszug:
„Das erste Experiment, mit dem Ap Dijksterhuis der Intuition auf die Spur kam, war ein Selbstversuch. Vor einigen Jahren, als junger Nachwuchsforscher am Institut für Sozialpsychologie der Universität Amsterdam wollte er für sich und seine Freundin eine Wohnung kaufen. „Der Markt war völlig aus den Fugen geraten“, stöhnt er. „Die Neureichen aus der New Economy prügelten sich um die wenigen Wohnungen.“ Und mit ihnen Ap Dijksterhuis. Gleich ein Dutzend Kandidaten, die der Makler zuvor auf ihre Bonität überprüft hatte, stürmten in eine Wohnung ganz in der Nähe des Amsterdamer Zoos.

 

240.000 Euro, das war die Summe, die damals auf dem Spiel stand. Hastig streifte der Jungakademiker durch die Zimmer. Das Bad hatte er noch gar nicht gesehen, da sagte er: „Ich nehme die Wohnung!“ Gerade einmal eine oder zwei Minuten waren da vergangen. Die anderen Interessenten streunten noch unentschlossen umher. Der Makler sagte ja. „Die schnellste Entscheidung meines Lebens war gefallen“, erinnert sich Dijksterhuis an jenen Sommermorgen, und mit Stolz fährt er fort: „Ich habe meinen Entschluss niemals bereut.“ Mittlerweile hat der Professor eine recht gute Vorstellung davon, was in diesen 90 Sekunden in ihm vorgegangen war, und er ahnt auch, warum er damals richtig gehandelt hat. „Ich dachte zunächst, das ist so ein Bauchgefühl.“

 

„Die Intuition arbeitet vorzüglich schnell“


Doch später wurde ihm klar, dass sein unbewusster Verstand in diesem kurzen Moment eine ganze Fülle von Informationen verarbeitet hatte. Die Küche etwa war geräumig und modern eingerichtet. Und Dijksterhuis ist, das verrät schon seine kräftige Statur, ein leidenschaftlicher Koch. Der Zuschnitt der Räume hat gepasst für zwei Personen. Die Zimmer waren hell, der Allgemeinzustand gut. „Die Intuition arbeitet vorzüglich schnell“, sagt Dijksterhuis. Beeindruckt von diesem Erlebnis, konzentrierte sich der Wissenschaftler fortan darauf, die mentalen Prozesse wissenschaftlich zu erforschen. Er hat Fußballfans und Autokäufer befragt. Er stand am Samstagnachmittag bei Ikea auf dem Parkdeck und schlug sich im teuersten Kaufhaus Amsterdams durch die Abteilung für Haushaltswaren – alles im Dienste der Wissenschaft. Die Ergebnisse seiner Feldforschung belegen die Präzision, mit der die Intuition in der Lage ist, das wichtigste Kaufargument herauszupicken und richtig zu entscheiden.

„Je komplexer eine Entscheidung, desto mehr sollte man auf seinem Unbewussten vertrauen.“
Immer wieder bestätigen sich seine Befunde und bestärken ihn von einer radikalen Abkehr vom Prinzip der reinen Vernunft, dem er das Modell vom „unbewussten Denken“ entgegenstellt. Mittlerweile sagt er: „Je komplexer eine Entscheidung, desto mehr sollte man seinem Unbewussten vertrauen.“ Noch vor Jahren hätte er damit scharfen Protest in seiner Zunft geerntet, die dem Prinzip der reinen Vernunft in allen menschlichen Entscheidungslagen huldigten.“


Wann ist es sinnvoll, auf die eigene Intuition zu hören? Wann neigt sie möglicherweise dazu, mich doch in die Irre zu führen – und warum? Wie können wir unsere Intuition von Überlagerungen wie Kognitionen und Projektionen trennen? Wann können wir den Botschaften unseres Unterbewussten trauen und wann ist es sinnvoller uns auf andere, kognitive Entscheidungsprozesse zu verlassen? Diese und viele weitere Fragen haben sich Katja Dyckhoff, Thomas Westerhausen und Florian Glück von Power Research Seminare gestellt. Ihre Antworten finden sich in dem innovativen Seminarkonzept „IntuMagic“, anhand dessen die Trainer sorgsam ausgewählte Techniken und Methoden zur Entwicklung, Sensibilisierung und Kultivierung der individuellen intuitiven Fähigkeiten vermitteln. Mehr als zwei Jahrzehnte Trainings- und Coaching-Kompetenz sowie über zwei Jahre intensive Forschungs- und Entwicklungsarbeit zum Thema Intuition bilden die Basis für diese Ausbildung.

„Das ist eine schwierige Entscheidung, die auf komplexen Zusammenhängen gründet! Da darf ich auf keinen Fall zu lange nachdenken!“


Wie bitte? So oder so ähnlich paradox könnten schon bald Antworten von Managern und Führungskräften lauten, die mutig genug sind, das Thema „Intuition“ als Wert und Wettbewerbsvorteil für sich und ihr Unternehmen zu erkennen. Die Intuition – man kann dieses Phänomen als Mischung aus Erfahrung, unbewusster Erkenntnis und Verarbeitung sowie emotionaler Bewertung dessen bezeichnen – hält mehr und mehr Einzug in die Welt der Trainings und Coachings, der Wirtschaft und der Wissenschaft. Und das zu Recht. Galt bis vor kurzem vor allem in ökonomischen Umfeldern noch die klare Faustregel „Eine Entscheidung ist dann gut und richtig, wenn vor ihrer Findung der gesamte Sachverhalt gründlich durchdacht wurde und sie auf einer möglichst hohen Anzahl belegbarer Fakten beruht“, so macht es nach neuesten Erkenntnissen viel Sinn, diese Aussage folgendermaßen zu relativieren: „Je höher die Komplexität eines Sachverhaltes, desto wahrscheinlicher ist es, dass Entscheidungen, die in diesem Kontext intuitiv getroffen werden, zu besseren Ergebnissen führen als andere.“

Woran liegt das? Was tut der „Bauchanteil“ in unserem Gehirn, wenn er uns bei der Entscheidung in komplexen Situationen unterstützt? Wenn er uns eine sofortige, intuitive Einschätzung eines Menschen oder einer Situation offenbart? Wenn er uns instinktiv anzeigt: ‚Das stimmt!’ oder ‚Da stimmt etwas nicht’? Unter welchen Umständen können wir uns auf derartige Signale unseres Unbewussten verlassen? Und wie können wir sie womöglich sogar schärfen, kurz: Wie können wir Intuition trainieren?

 

Maximizers vs. Satisficers


Barry Schwartz, Psychologe und Professor für Sozialtheorie am Swarthmore College in Pennsylvania stellte fest, dass intuitiv agierende Menschen, die sich vor einer Entscheidung mit wenigen Informationen begnügen können, nicht nur mit ihren Entscheidungen selbst, sondern insgesamt mit ihrem Leben zufriedener sowie selbstbewusster und optimistischer sind als sogenannte „Maximizers“. Das sind Menschen, die stets auf der Suche nach genaueren Daten sind, weil sie die Meinung vertreten, je höher die Anzahl verlässlicher Informationen sei, desto sicherer liege man bezüglich einer auf Basis dieser Datenmenge gefällten Entscheidung. Anders als die intuitiven „Satisficers“, wie Schwartz sie nennt, neigten Maximizers eher zur Depression, hätten Selbstzweifel und würden unter ihrem Hang zum Perfektionismus leiden.

Doch wann ist es nun sinnvoll, auf meine Intuition zu hören? Wie kann ich lernen, meine Intuition zu nutzen? Intuition ist trainierbar. Dies ist die gute Nachricht. „IntuMagic“ haben Katja Dyckhoff und Thomas Westerhausen ihr innovatives Seminar-Konzept getauft. Die erfahrenen Trainer und Coaches beschäftigen sich seit Jahren intensiv mit der Wirkung von Körpersprache und Stimme. Ihre Erfahrungen bündeln sich im neuen Angebot und bieten Interessierten einen „magischen“ Einblick in die eigenen intuitiven Fähigkeiten.

Ein innovatives Seminar-Konzept
Intuition ist nicht nur bei komplexen wirtschaftlichen Aufgabenstellungen ein echter Erfolgsfaktor, sondern auch im zwischenmenschlichen Dialog, bei Präsentationen, Beratungs- und Verhandlungsgesprächen – eben immer dann, wenn die Wahrnehmung innerer und äußerer Signale und deren Aus- und Wechselwirkungen für uns von Bedeutung ist. In ihrem Seminar
unterrichten Dyckhoff, Westerhausen und Glück neben den gängigen Entscheidungsstrategien auch das „Lesen“ und „Spiegeln“ von Mimiken, Gesichtsausdrücken und den dahinter liegenden Emotionen. Hierbei und bei einigen anderen Methoden spielt die Arbeit mit den von Professor Giacomo Rizzolatti entdeckten Spiegelneuronen eine tragende Rolle. Anhand computergestützter Simulationen, die auf der physiologisch orientierten Klassifikation der emotionalen Gesichtsausdrücke nach Professor Paul Ekman beruhen, lernen die Seminarteilnehmer, emotionale Situationen schneller und besser zu erkennen, zu verstehen und entsprechend angemessen zu reagieren. Dazu kommt die Ausbildung in einer ganzheitlichen Bewegungssprache „IntuMotion“, die auf den Polaritäten des Lebens und deren Wechselwirkungen beruht. Im Dialog mit sich selbst und anderen Teilnehmern erlebt der Übende eine Stärkung seines Zugangs zu intuitiven und emotionalen Prozessen, er erhält sofort und authentisch Feedback und lernt, seinen ursächlichen und intuitiv ausgeprägten Bewegungs- und Verhaltenpräferenzen Raum zu geben.

Informationen und Seminar-Termine bei:

 

Power Research Seminare
Katja Dyckhoff & Thomas Westerhausen
Heidebergenstraße 21 | D-53229 Bonn
Telefon 0228-9 48 04 99
www.power-research-seminare.com
info@power-research-seminare.com

 

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